Bücher übers „Zeichnen lernen“

Teil 2

Aus dem Regal habe ich mir das Buch: „Landschaften skizzieren und zeichnen“ aus der Edition Michael Fischer genommen.

Dieses Buch habe ich vor ein paar Jahren schon einmal gelesen, und war relativ beeindruckt vom Buch. Es beinhaltet massenhaft Theorie, es überschüttet einen förmlich damit (Techniken, Detailstudien, visuelle Ordnung, Schemata, Komposition, Tonwerte, Licht und Schatten, Gestaltung, Perspektive, Zeichenstil). Also wenn einer Theorie sucht, hier wird er bedient. Nur mein Ding ist es nicht, erst einmal ist dieses Buch viel zu klobig, als dass man es mit auf seine Exkursionen nehmen könnte, und wenn man dann an zu skizzieren beginnt, hat man diesen ganzen Ballast eh vergessen und zeichnet. Es ist schön, dass ich das Buch, welches es auch nur noch gebraucht zu kaufen ist, gelesen habe – irgendwas bleicht ja immer hängen; aber Atmosphäre fängt man mit diesem Buch nicht in seine Skizzen ein.

Ich übe derzeit stetig, jeden Tag irgendwelche Zeichnungen, und mit um mit läuft es immer besser …

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Bücher über´s „Zeichnen lernen“

Teil I.

  1. TOPP Draußen skizzieren, Schnelles wissen in 30 Minuten von Bernd Klimmer für 9,99 €

Dieses Buch kann ich empfehlen, da Herr Klimmer ohne großes Vorwort und Materialbeschreibungen direkt zu Potte kommt. Denn die Vorlieben zum Material (manche Autoren heben hier auch noch betont spezielle Firmen hervor) entwickelt jeder Zeichner selber.

Ich finde es wesentlich interessanter, wenn man Beispiele gezeigt bekommt wie man welche Stifte, Papiere und Farben  zum Einsatz bringen und welches Ergebnis man damit erzielen kann. Ich persönlich liebe ja meinen Lamy Füller aus Schülerzeiten, da mir der Griff und der Schreibmodus sehr vertraut ist. Aus diesem Grund gehe ich viel selbstbewusster mit dem Füller an eine Zeichnung heran.

 Herr Klimmer gibt zahlreiche Tipps wie man etwas zeichnet, wie man Spannung und Lebendigkeit in die Skizze bekommt, wie man ein Motiv in Szene setzt und bietet auch einen kleinen Exkurs zur  Perspektive, Licht und Schatten sowie andere Methoden, die man zum Zeichnen braucht. Wer das Bedürfnis verspürt, sich schnellst möglich nach draußen zu begeben um zu zeichnen – und auch schon relativ gut zeichnen kann, für diesen Zeichner ist dieses Büchlein ein guter Begleiter. Wer aber noch mit dem Zeichnen an sich hadert, mit seinen Ergebnissen nicht zufrieden ist, dem empfehle ich eher:

  1. Bechtermünz Verlag Garantiert zeichnen lernen, die rechte Gehirnhälfte aktivieren- Gestaltungskräfte freisetzen, Betty Edwards

In diesem Buch geht es von Grund auf, hier lernt man zeichnen! Allerdings auf eine sehr unkonventionelle Art, kein anderes Buch lehrt auf diese Weise – denn hier erfährt man wie das Gehirn arbeitet, wie rechts und links da oben auf unsere Zeichnungen wirken, und wie man die dominante linke Gehirnhälfte, die beim Zeichnen fehl am Platz ist, ausschaltet, um mit der rechten Gehirnhälfte die Proportionen stimmig aufs Papier zu bringen. Ich war überrascht wie gut ich eine Zeichnung von Picasso nachzeichnen konnte, wenn ich die Vorlage sowie meine eigene Zeichnung auf den Kopf stelle. Da man dadurch die Dinge, die man malt, kaum benennen kann und die vorgefertigten Symbole ausfallen, funktioniert es plötzlich mit der Genauigkeit. Völlig überrascht habe ich mein Resultat betrachtet!

ABER – zumindest ist das nun bei mir der Fall; ich und meine linke Gehirnhälfte haben nun nach 100 Seiten keine Lust mehr auf dieses Zeichnen. Da ich in den letzten Tagen kaum noch gezeichnet habe, weil mir momentan die Übungen „zu blöd“ erscheinen, werde ich nun eine Pause einlegen. Ich hoffe, dass ich das Buch nach einer gewissen Zeit wieder zur Hand nehme … Ich lasse es euch wissen.

  1. EMF, Die Kunst des Weglassens im Urban Sketching, Motive erfassen – reduziert zeichnen, Jens Hübner 19,99 €


 Das ist das beste Buch bislang zum Zeichnen lernen, ich habe schon zahlreiche Bücher zum Thema gelesen, die ich auch nach und nach hier vorstellen werde. Dieses Buch geht auch genau in meine Richtung – ich denke, ich möchte Urban Sketcher werden! Denn ich liebe schnelles Zeichnen, mit wenigen Strichen Atmosphäre erzeugen; mit dem Papier und Papierfarben arbeiten, die verschiedensten Stifte ausprobieren, Eintrittskarten mit in die Zeichnung auf zu nehmen, sich einen Stempel setzen lassen – eben die flüchtigen Momente des Lebens mitnehmen, ohne einen Fotoapparat. Quasi Tagebuch führen XL, in Schrift und Skizze.

Herr Hübner legt auch gleich los. Auf jeder Doppelseite sind mindestens zwei Skizzen präsentiert, und eigentlich gibt es wenig Text im Buch, aber man lernt Skizze für Skizze über Techniken und Materialien, man nimmt so viel Input auf, so dass ich mir nun vorgenommen habe, erst einmal das Buch durch zu schauen und zu lesen, alle Anregungen aufzunehmen, und dann zahlreiche Skizzen von Herrn Hübner in meine eigenen Zeichnungen und Vorlagen um zu setzen, alle Papiere, Stifte und Farben, alles einmal ausprobieren.

Was ich schon begonnen habe, sind Studien wie man Krähen malt, Störche, Möwen, Seehunde … gestern habe ich mich an eine Katze gewagt. Ich male täglich kleine Menschen in ein Notizbüchlein. Aber auch das Wetter möchte ich üben: Regen, Nebel, Sturm, Pfützen, auch Spiegelungen im Wasser. Ich bin so angefixt von diesem Buch, dass ich es nur wärmstens weiter empfehlen kann und die kommende kalte Jahreszeit verteufle – da ich direkt loslegen möchte! (Gerne folge ich auch Herrn Hübner bei Instagram und erhalte fast täglich neuen Input.)

Fortsetzung folgt …

Ein Buch wovon ich abraten möchte:

Hierbei handelt es sich nicht um ein Atemtherapiebuch, so wie es praktiziert wird, sondern um eine Art forciertes Atmen, was zu Hyperventilation führt und ganz einfach gefährlich ist! Wenn man aufgrund des Buches diesen Selbstversuch startet, kann das Böse enden und ob ich den ganzen Hokuspokus glauben möchte, nein eher nicht …

Achtsamkeit …

… praktiziere ich ja nun schon ein paar Jahre. Aus der Bib ist mir dieses Buch in den Schoss gefallen, welches ganz gute Anleitungen und auch sonstige Ratschläge beinhaltet. Wer der Hektik entkommen möchte und ein wenig mehr im Hier und Jetzt verweilen, dem ich empfehle ich dieses schmale Büchlein. Denn es sind mehr als nur ein paar Tipps, wie man seine Umwelt besser wahrnehmen kann, es versucht auch aus engen Situationen das Beste zu machen – annehmen, spüren, anders bewerten … Als Einstieg in die Achtsamkeit!

„Freiheit statt Kapitalismus“ von Sahra Wagenknecht

Titel: Freiheit statt Kapitalismus. Über vergessene Ideale, die Eurokrise und unsere Zukunft
Autorin: Sahra Wagenknecht
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
Erschienen: Juni 2013 (2. Auflage)
Seitenzahl: 400
ISBN-10: 342334783X
ISBN-13: 978-3423347839
Preis: 12.90 EUR

verfasst von Voltaire:

„Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden…Inhalt und Ziel einer sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung kann nicht mehr das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben, sondern nur das Wohlergehen unseres Volkes sein“.

Dieser Passus stammt nicht aus dem Programm der LINKEN, nein, diese Sätze standen so im Ahlener Programm der CDU. Auch wenn sich die Zeiten und Umstände ändern, so muss man doch staunen, wieweit sich die CDU – und mit ihr aber auch die anderen Parteien – von früheren Einsichten und Ansichten entfernt haben.

Dieses Buch von Sahra Wagenknecht hat mich ohne Wenn und Aber beeindruckt. Und wieder einmal habe ich festgestellt, dass es sich lohnt dieser Frau aufmerksam zuzuhören. Ihre Argumentation ist schlüssig und gut nachvollziehbar. Ihre Analysen treffen punktgenau; und es fällt sehr schwer, Gegenargumente zu finden. Dabei vermeidet sie irgendwelches „Fach-Chinesisch“, sie schreibt verständlich – für jedermann/jedefrau.

Der bekannte deutsche Wirtschaftswissenschaftler Prof. Max Otte sagt über dieses Buch:
„Gute Krisenanalyse….Wagenknecht demaskiert die Mythen und Schwachstellen des globalen Hyperkapitalismus.“

Und es ist schon erstaunlich, dass es Sahra Wagenknecht ist, die an Ludwig Erhard erinnert und seine Vorstellungen über die Soziale Marktwirtschaft aufgreift, verteidigt und in einigen Punkten weiterentwickelt. Für Ludwig Erhard wäre in der heutigen CDU wohl leider kein Platz mehr.

Es ist aber auch Buch über die Macht der Banken und die vermeintlich Ohnmacht der Politik. Und wer es vorher nicht schon gewusst hat, der weiß es spätestens nach der Lektüre dieses Buches: Die Verluste der Banken bezahlt der Steuerzahler, niemand sonst! Und mit Steuerzahler ist der Normalbürger gemeint, nicht gemeint sind damit die Millionäre und Milliardäre dieses Landes. Das alles wird eindrucksvoll belegt und gut argumentiert. Es sind auch nicht die „faulen“ Griechen die ihr Land an den Abgrund gebracht haben, es waren die europäischen Banken, Hedgefonds und dergleichen Griechenland dorthin manövriert haben und die weiterhin an dieser „Staatspleite“ wunderbar verdienen – und die Menschen hierzulande machen sich mal wieder keine Gedanken sondern glauben lieber der BILD-Zeitung und anderen einschlägigen Medien. Aber was will man von diesen RTL II-Deutschen auch anderes erwarten.

Hervorzuheben ist, dass Sahra Wagenknecht nicht behauptet oder irgendwelche Schlagworte in den Raum stellt – nein, ganz im Gegenteil. Sie belegt ihre Aussagen, sie argument schlüssig und nachvollziehbar. Sie ist zu einer sehr ernstzunehmenden Gesprächspartnerin geworden, nicht nur bei politischen sondern auch bei wirtschaftlichen Themen. Alles was sie bemängelt und anspricht ist für jeden sichtbar – nur muss man sich halt die Mühe machen und einfach auch mal hinsehen.

Ein sehr interessantes Buch, gerade auch für den interessierten Menschen, der sich nicht mit dem immergleichen Geschwätz von BILD, WELT, FAZ und Handelsblatt zufrieden geben will. 8 Eulenpunkte für ein Buch, dass hochinteressante neue Denkansätze liefert (sind diese wirklich so neu?), geschrieben von einer hochintelligenten Frau die vielen ein Dorn im Auge ist und die da weiterdenkt, wo viele auf halben Weg stehengeblieben sind.

Tagebuch schreiben! Zwei Bücher im Vergleich:

„Schreiben Tag für Tag“ von Christian Schärf

und

„Kreativ leben mit dem Tagebuch“ von Elisabeth Mardorf

Als interessierte Leserin zum Thema Tagebuchschreiben kann ich festhalten, dass das Buch von Mardorf in keinster Weise mit dem Buch von Schärf mithält. Dafür schreibt die Autorin einfach zu selbstbezogen, ja im Grunde geht es nur um ihr eigenes Tagebuchschreiben und schaut dabei kaum über den Tellerrand hinaus.

Schärf zieht ganz viele Tagebuchautoren heran, gibt uns Einblicke in diese Notizen und Niederschriften, zeigt verschieden Formen von Tagebücher auf, er verfügt einfach über eine große Palette an Beispielen.

Selbst der zweite Teil in „Kreativ leben mit dem Tagebuch“ ist mir zu lapidar umfasst. Jemand der sich wirklich intensiv mit dem Tagebuch Schreiben auseinander setzen möchte, kommt einfach zu kurz. Ihre Listen und Anregungen werden bei Schärf viel intensiver besprochen und nicht nur angerissen.

Eine Ausnahme gibt es dann doch und zwar die Auswahl des Tagebuchs an sich und überhaupt. Männern ist es höchstwahrscheinlich nicht wichtig, welche Farbe, Format, Papier oder Qualität das Notizbuch hat. Auch die Qual der Wahl der Stifte – ob Kugelschreiber, Faserstift, Bleistift oder  Füller, und welche Farbe dann die Tinte haben soll, interessieren männliche Tagebuch Autoren scheinbar nicht. Aber mit dieser Frage lässt sie uns eh auf weiter Flur alleine, dass muss jeder für sich selber entscheiden. Herr Ortheil hat beispielsweise nur schwarze Bücher im Regal stehen. Bei mir wird es kunterbunt werden, wie immer,  vielleicht habe ich später einmal „Meins“ gefunden … (Ich mag das Papier von Clairefontaine sehr gerne.)

„Schreiben Tag für Tag“ von Christian Schärf

Bibliographisches Institut, Mannheim

ISBN: 3411749016

„Kreativ leben mit dem Tagebuch“ von Elisabeth Mardorf

CreateSpace Independent Publishing Platform

ISBN: 1484024362

„Tanz mit dem Jahrhundert. Erinnerungen“ von Stephane Hessel

Titel: Tanz mit dem Jahrhundert. Erinnerungen
OT: Danse avec le siecle
Autor: Stephane Hessel
Übersetzt aus dem Französischen: Roseli und Saskia Bontjes van Beek
Seitenzahl: 399
ISBN-10: 3548610870
ISBN-13: 978-3548610870
Preis: 9.99 EUR

verfasst von Voltaire:

Stephane Hessel wurde am 20. Oktober 1917 in Berlin geboren und starb am 27. Februar 2013 in Paris. Er war Mitglied der französischen Resistance, hatte das Konzentrationslager Buchenwald überlebt, war dazu aber auch Diplomat, Lyriker, schrieb Essays und war auch politisch sehr aktiv. Er war Mitarbeiter in verschiedenen Funktionen bei der UNO und arbeitete auch für das französische Außenministerium.

In einer breiten Öffentlichkeit wurde Hessel bekannt durch seine 2010 erschienene Streitschrift „Empört euch!“. In dieser Schrift übt er harsche Kritik an den politischen Entwicklungen und ermutigt zum Widerstand.

Hessel blickt in seinen Erinnerungen auf ein interessantes Leben zurück. Trotzdem hat mich diese Autobiographie ein wenig enttäuscht. Da erzählt jemand aus seinem Leben – scheint aber irgendwie neben sich zu stehen, zeigt keinerlei Emotionen und berichtet eher kühl und sehr distanziert. Zudem hätte man sich gewünscht, dass Hessel bei einigen Dingen etwas mehr ins Detail gegangen wäre. So erhält man als Leser eher nur einen globalen Rückblick. Wenig erfährt man darüber, wie Hessel empfunden und gefühlt hatte – etwas weniger an Distanz wäre sicher schöner gewesen.

Natürlich erhält man einen Einblick in das vergangene Jahrhundert; ein Zeitzeuge berichtet der sehr viel erlebt und gesehen hat.Trotzdem findet man als Leser nur sehr schwer Zugang zu diesem Mann. Der Mensch Hessel wird nicht so recht sichtbar. Vieles ist nur zu erahnen.

Berger, John – Bentos Skizzenbuch

Es ist ja überhaupt nicht das, was es verspricht und dennoch …

>>John Berger macht daraus (aus Bentos Skizzenbuch) ein Buch der Bilder und der Worte, der Gedanken und der Zeichnungen, ein Buch, das die ganze Vielfalt seines Schaffens in sich vereint.<< Klappentext

Ja, darauf freut man sich. Man hat dem gleichen Text auch entnommen, dass Bentos Skizzenbücher verschwunden sind, man bis heute keins davon wieder gefunden hat, und man als Leser nicht davon ausgehen kann, dass man nun Bilder des Meisters vorfindet. Aber man hofft auf neue interessante Gedanken zu Spinoza, rund um sein Leben und so, denn John Berger, das sagt der Text wieder, war lange auf seiner Fährte und man denkt, er berichtet davon …

Aber nein, er sagt mir nichts Neues über Bento, lediglich ein paar Auszüge aus Spinozas Ethik zitiert der Autor, und man ist enttäuscht! Also wer nach den Philosophen sucht, dem wird das Buch nicht gefallen.

Bentos Skizzenbuch1

Wer aber diesen Pfad verlässt und sich auf neue Wege einlässt, dem bringt dieses Buch einen Fremden näher. Also mir zumindest, ich hatte noch nie etwas von John Berger gehört. Jetzt kenne ich seine Art des Zeichnens und ein wenig seine Denkweise. Ich habe eine Welt betreten, die mir ganz weite Gedanken vorweist, ein paar oberflächliche Begebenheiten und am tiefsten hat mich die Pinselgeschichte beeindruckt.

>>Ich wollte über unseren Blick auf die Welt schreiben; es geht darum, die Menschen zu überzeugen, dass sie genau hinschauen und sehen, was uns umgibt, das Schöne wie das Schreckliche.<< (der Autor)

Darüber hat er geschrieben! Ein ganz wunderbares Buch. Mich hat es neugierig auf weitere Skizzenbücher gemacht. Selber schaue ich gerne in meine eigenen hinein, weil es meine Welt so wunderbar festhält, besser als tausend Worte. Als nächstes werde ich das Skizzenbuch von Grass betrachten.

John Berger, 1926 in London geboren, war nach dem Kunststudium zunächst Zeichenlehrer und Maler mit mehreren erfolgreichen Ausstellungen. Heute lebt er in einem Bergdorf in der Haute Savoie.

Carl Hanser Verlag 2013, OT: Bento´s Sketchbook, Übersetzung: Hans Jürgen Balmes, Hardcover 19,90 €, 175 Seiten, ISBN: 978-3-446-23971-5

„Verstehen Sie das, Herr Schmidt? “ von Helmut Schmidt/Giovanni di Lorenzo

Titel: Verstehen Sie das, Herr Schmidt?
Autoren: Helmut Schmidt/Giovanni di Lorenzo
Verlag: Kiepenheuer und Witsch
Erschienen: September 2012
Seitenzahl: 262
ISBN-10: 3462044869
ISBN-13: 978-3462044867
Preis: 16.99 EUR

verfasst von Voltaire:

Es sitzen sich gegenüber: Helmut Schmidt (Jahrgang 1918) – ehemaliger Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland – und Giovanni di Lorenzo (Jahrgang 1959) – zurzeit Chefredakteur der Wochenzeitung DIE ZEIT.

Die Interviews wurden in der Zeit von 2009 bis zum Frühjahr 2012 geführt. Dieses Buch ist quasi die Fortsetzung des Gesprächsbandes „Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt“ – allerdings sind die Gespräche resp. Interviews in diesem vorliegenden Buch ausführlicher. Helmut Schmidt weicht keiner Frage aus und nimmt zu allen angesprochenen Themen ausführlich Stellung. Das was er zu sagen hat ist ausgewogen, aber auch klar und direkt. Interessant in diesem Zusammenhang seine Sichtweise zu Sarrazin aber auch zum Aufstand in China im Jahre 1989 vertritt er eine nicht unbedingt alltägliche Ansicht.

Helmut Schmidt und Giovanni di Lorenzo sprechen über die Krise Europas, über das Schicksal Griechenlands, über Perspektiven der Bundeswehr, über das Miteinander der Kulturen, über den Regierungswechsel 1982, über die Nachfolger Schmidts im Amt des Bundeskanzlers und über viele andere Themen.

Di Lorenzo fragt nach, ist dabei aber durchaus behutsam und man merkt als Leser sehr wohl mit welchem Respekt und welcher Achtung er seinem Herausgeber begegnet ohne dabei aber in irgendeiner Art und Weise devot zu sein. Hier sprechen zwei intelligente Vertreter von zwei verschiedenen Generationen miteinander.

Das Eingehen auf inhaltliche Themen in diesem Buch schenke ich mir – dazu sind wohl die besser geeignet, die dieses Buch nicht gelesen haben.

Fazit: Interessant, lesenswert und sehr informativ – diese Interviews mit einem Politiker, der nicht nur im eigenen Land hochgeachtet ist.