Meinereiner neu verfasst:

Krümel ist ein sehr zurückgezogenes Wesen, welches gerne mit sich und ihrer kleinen Welt im Einklang ist. Dafür braucht es allerdings nicht viel: ein gemütliches warmes Plätzchen am Ofen oder im sommerlichen Garten, etwas leckeres in der Tasse, vielleicht ein Tee, ein Kakao, ein Milchkaffee – ein gutes Buch oder ihr Strickzeug auf dem Schoß und ihre kleine Maus neben sich! Perfekt!

Die innere, aber auch die äußere Ruhe ist ihr wichtig, Geräusche liebt sie in Form von Vogelgezwitscher, am liebsten das von Möwen, Austernfischer und Strandläufer; das Rauschen der Bäume im Wind – das Geschnatter von Graugänsen, die Nachhause kommen, das Summen einer Biene, das Schnurren einer Katze. Straßenlärm, insbesondere Motorräder, andauerndes Hundegekläff, klingelnde Handys holen mich aus meiner Stille.

Ein oder zweimal am Tag macht Krümel einen Rundgang durch ihre Internetwelt, hinterlässt hier und dort ein paar Zeilen. Gerne schaut sie auch diverse Sportarten, vorrangig Golf, aber auch Tennis, Le Tour, Dart und Wintersport.

Krümels Lieblingsbücher sind: „Der Nachsommer“ von Stifter, „Der Zauberberg“ von Thomas Mann und „Das Glasperlenspiel“ von Hesse. Gestrickt wird am liebsten nach aufwendigen Mustern mit Löchern und Zöpfen, auch Perlen strickt sie gerne ein. Ein schönes Notizbuch neben ihr, hält dann viele ihrer Ideen, Wünsche und Gedanken fest.

Natürlich gibt es dann auch ein paar liebe Menschen um Krümel, nicht viele, einige wenige; donnerstags wird beispielsweise gemeinsam gestrickt, gelacht und gelästert. Die Krümelwelt ist größtenteils perfekt … eine Schöngeistige eben, nicht mehr oder weniger 😉

Stoner – John Williams

Nur ein paar Gedanken von mir zum Buch, zu Stoner …

Sprachlich war das Buch der reine Genuss – ich habe mir extra sehr viel Zeit genommen das Buch auszukosten. Eigentlich war die Sprache schlicht, aber die Beschreibungen und kleinen Andeutungen haben jede Situation lebendig gemacht (dies allerdings nur zum Protagonisten bezogen, andere Figuren blieben da doch grau, unbeleuchtet), von der ersten Seite habe ich eine tiefe Atmosphäre empfunden und war ganz dicht beim Helden. Ein Mensch wie du und ich, in dem sich jeder wieder finden kann und dem man das Glück wünscht, aus dem Trott des Alltags heraus zu kommen. Der allerdings genauso gefesselt in seinen Entscheidungen steckt, als dass er diesen Schritt wagt. Er versucht sein Schicksal dennoch so gut wie eben nur möglich anzunehmen.

Gott sei Dank hat dieser Stoner zumindest seine große Liebe entdeckt, und ist dieser auch nachgegangen! Unvorstellbar wenn er weiterhin Agrarwirtschaft studiert hätte … Die Literatur trägt ihn so durchs Leben.

Das war ein wunderschönes Buch!

Niklas

Niklas hatte großes vor,

und so stürmte er auch gleich los

riss Bäume aus der Erde

zerlegte Vorzelte auf Campingplätzen

warf LKW´s um, als ob sie aus Legoland wären

unsere Birke in den Garten.

 

Niklas kam aus Nordwest

und für ihn war es ein Fest

Menschen in Bahnhöfen stehen zu lassen

Fähren lahm zu legen

Autobahnen aus zu stoppen

 

Mit viel Tamtam und Schrecken

blies Niklas weiter nach Südost

draußen kann man heute wieder atmen

und die Schäden betrachten

(unsere Birke im Garten.)

Krümels Lektüre …

… zieht sich wie Gummi. Und zum Glück lese ich nicht alleine, denn alleine hätte ich das Buch nie und nimmer zuende gebracht! Ich weiß auch nicht, warum ich immer mal wieder zu einem längeren Dosto greife, die kurzen Dinge von ihm sind ja klasse, aber seine Schinken, sind im wahrsten Sinne des Wortes zähe Schinken! Jetzt bin ich mit den „Brüdern“ fast durch, und es bahnt sich auch ein Ende an, welches durchaus sehr tiefsinnig und für mich sehr klug ist … ABER – aber 500 bis 600 Seiten hätte der Mann sich dann sparen können! Und das finde ich dann einfach nicht mehr witzig! 😈

Ich lese jetzt die letzten 200 Seiten und warte mal ab, was sich da noch so entpuppt – aber ich denke, ich kann das Buch nicht wirklich weiterempfehlen. Auch denke ich, dass ich keinen Dosto mehr lesen werde, die schöne Ausgabe von Manesse „Schuld und Sühne“, die hier im Regal steht, wird ins Nirwana der ungelesenen Bücher eingehen.

Weiterhin hoffe ich, dass mein Tal der Leseunlust bald durchschritten ist, und ich wieder Lust und Laune nach Büchern empfinde – ansonsten klappern weiter die Nadeln! :mrgreen:

Bis bald dann

Heute keine Neuerscheinungen! Eine Geschichte …

Heute kehrst du hier ein und morgen bist du schon längst wieder an einen anderen Ort. Du hast das Gefühl, dass die Zeit dahin rast. Doch halt stopp, was ist denn das? Ist da nicht gerade für eine Sekunde, nur für eine Sekunde, die Zeit stehengeblieben?
Wie eine Seifenblase in der Luft, wo dann der Alltag aus purer Lust, die Anordnung der Moleküle zerplatzen lässt: „Und du nicht!“ …

… Da sitzt der Alte im rasenden Zug. Er möchte gerne aus dem Fenster sehen, doch er sieht nichts, denn er erhascht nur ab und zu ein paar Fetzen, wenn die Bäume vorüber dreschen. So hat er längst resigniert, vorbei ist all seine Hoffnung, mit der er einst geboren wurde.
Ich setzte mich zu ihm und wir kommen ins Gespräch. Er erzählt mir vom Leben und wie es denn wirklich sei zu leben. Ich höre ihm zu und verstehe kein Wort: Begeisterung, die in Starrsinn endet; Ideale, die ins Nirgendwo verlaufen.
Er hatte eine Liebe, die ein Kind hervorbrachte und die Freude groß war. Doch was will man machen, sagte er. „Um meine Familie zu ernähren, musste ich schuften, mein ganzes Leben lang. Alles ist zerbrochen an der Sinnlosigkeit der Zeit. Jetzt sitze ich hier, reise mit dem Wahn in die Endlosigkeit, hinterlasse einen Scherbenhaufen…, nichts bleibt wie es ist. Aus der Traum, es hat sich ausgeträumt. Vorbei.“ Danach senkt er sein Haupt in seine Brust und erstarrt in der gleichen Resignation, so wie ich ihn zuvor fand.

Ich schaue aus dem Fenster: Herrlichste Winterlandschaft. Dort in der Ferne entdecke ich ein kleines Dorf mit einer Kapelle, daneben steht ein hell erleuchteter Weihnachtsbaum. In Gedanken sehe ich Kinder, die einen Tanz um den Baum proben und sehnlichst auf den Tag der Geburt ihres Heilands warteten. „Oh du fröhliche, oh du selige…“
Nach einiger Zeit ertappte ich mich dabei, dass ich leise Weihnachtslieder summe; in mir steckt so viel Hoffnung und ein ganz besonderer Glaube. Vieles möchte ich angehen, am liebsten die ganze Welt umkrempeln; schnell packe ich meine Tasche, denn der Zug hat meine Station erreicht und am Bahnhof werde ich schon erwartet.

Schneeflocken rieseln und unser Weihnachtsbaum strahlt im Vorgarten. Alles ist herrlich und ich vergaß den Alten …

Kracauers „Ginster“

Erster Satz: Als der Krieg ausbrach, befand sich Ginster, ein fünfundzwanzigjähriger junger Mann, in der Landeshauptstadt M.

Ein Buch kann sich über drei Wege in mein Herz schleichen. Der erste Pfad ist die Handlung, „Ginster“ verführt ohne Handlung, der dritte Pfad führt über die „Aussage“ direkt in mein Herz, mein Lieblingsweg, aber auch der zweite Pfad, der der Sprache, kommt an. Kracauers Sprache ist auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig, sprunghaft, manchmal etwas wirr – lässt man sich drauf ein, entwickelt die Sprache ihre eigene Dynamik und lässt einem die Szenerie vor dem inneren Augen erscheinen. Visuelle Betrachtungsweise, gut beobachtet, wenn Locken fliegen, Frauenkörper aus drei Kugeln bestehen, sich Tanzende auflösen in Arme oder Augen ohne Gesichter

Eine etwas stubenhafte Erscheinung hinter Brillengläsern, die Behauptungen aufstellte und sie mit heiserer Stimme begründete.

Übrigens Bücher die über alle drei Pfade in meinem Herz wohnen, sind der „Zauberberg“ von Thomas Mann, „Der Nachsommer“ von Stifter und „Das Glasperlenspiel“ von Hesse.

In diesem Sinne Frohe Weihnacht!

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„Buch der Erinnerung“ von Péter Nádas

Über weite Strecken hat mich dieses Buch ganz fest in seinem Bann gezogen, ich war fasziniert vom zarten Geflecht der verschiedenen Handlungsebenen, die manchmal schleichend ineinander gewebt wurden, hier Schnee, dort Schnee, nur die Handlung war eine andere – die Zeit, der Raum – die Figuren. Gekippt ist das Ganze nach ca. 900 Seiten, da hat mich das Buch oft nur noch genervt, weil einfach keine Fäden zusammen liefen, nur immer weiter neue Fäden gesponnen wurden. Und die letzten 35 Seiten, die dann das Kartenhaus wackelig zusammen halten, entschädigen einfach nicht für die geleisteten 1300 Seiten. Schade!

Ganghofer, Ludwig – Waldrausch

Krümel liest gerade … Ganghofer „Waldrausch“!

Also wer sich Ganghofer als verkitschten Heiratroman-Autor vorstellt, der vertut sich! Was er wohl macht, und das kann ich nach 3 Kapitel schon sagen, er beschreibt die Natur, da wo sie noch schön und unbelastet ist, ja einfach nur schön, genauso wie die Kinder, zu einer Zeit in der sie noch im Herzen rein sind. Ich denke mal, das sind bei ihm, wie bei Stifter, die hohen Werte – was auch Verkörperung im „Waldrauscher“ findet – der weise alte Mann im Wald mit seinen klugen Liedern.
Ganz klar und deutlich wird er dann aber, wenn er die andere Seite beschreibt – die Armut, die fehlende Menschlichkeit, die Kluft zwischen arm und reich, das harte Leben. Dabei zeigt er ein hohes Maß an Einfühlvermögen und tiefe psychologische Einblicke in die menschliche Seele.

Was natürlich nicht leicht zu lesen ist, ist der Dialekt, der in den Dialogen vorkommt, und er lässt seine Figuren viel reden … Oder Waldrauschers-Lieder :mrgreen:

Es war ein Wald, wie in den Bergen alle Wälder sind, ein Gemenge von Zerstörung und kraftvoller Schönheit, von faulendem Tod und sprossendem Leben. Man spürt nicht die pflegende Hand …
Auf seinen leergewordenen Sessel ließen sich zwei üble Geschwister nieder, Schmerz und Lebenssorge.

abgeholt:

Wenn ich mich richtig erinnere, dann hat Stefan Zweifel zum Buch gesagt, dass er erst nach 140 Seiten in das Buch fand. Ich bin nun auf Seite 120 und das Buch hat auch mich noch nicht gepackt. Es wird bislang nur davon berichtet, wie es zu diesen blöden Banküberfall gekommen ist, der zwar einschlagend ist, da sich ab da viele Leben grundsätzlich verändert haben – aber er ist vom genauen Vorgang her eher unwichtig, so wie ich die Runde beim „Literaturclub“ verstanden habe. Also mich interessiert es kaum, und deshalb ist bisher das Buch flach.