Bei mir dreht es sich wieder einmal um …

… die Manns. Und der gleichnamige Film „Die Manns“ hat mich vor Jahren schon sehr mitgenommen, mein Wissen über Thomas Mann beruhte auf diese Biographie „Deutscher und Weltbürger“ – eine sehr ruhige, fast distanzierte Biographie über den Zauberer, den Prater in meiner Erinnerung nie so nannte, also nie richtig persönlich wurde. Es dreht sich wirklich vielmehr um das Werk und Schaffen. Natürlich kommen auch die „kleinen“ Familientragödien vor, stehen aber nie im Mittelpunkt. In welcher Familie gibt es keine?

Erst bei Klaus Manns „Wendepunkt“ habe ich arge Familienprobleme entdeckt, allerdings auch vom Zauberer gelesen, der den kleinen Nachts die Angst nahm, und nicht nur ein Tyrann war.

Jetzt lese ich über Michael Mann von Michael Degen, eine fiktive Biographie über Bibi, die sich auf die Tagebücher von Thomas Mann stützt. Wie im Film schockiert mich der Drogenkonsum insbesondere von Klaus und Erika, wie Katia Mann mit den Kleineren umgeht und den Zauberer immer den Vortritt gibt. Wie alleine und verlassen eigentlich alle seine Kinder sind, und mit dieser Erkenntnis der zweiten, wenn nicht gar dritten Geige, ihr Dasein fristen.

Vor mir steht noch eine Bio über Katia Mann, die ich wohl als nächstes lese – mal schauen ob ich auch ihre Sicht vermittelt bekomme?

Blick aus dem Fenster

November 2013
• die birken sind kahl
• an den eichen hängen noch wenige blätter
• keine pferde gegenüber auf der wiese
• zwei kühe hinten rechts
• umgekippte birke
• eine krähe von links nach rechts fliegend
• eine andere sitzt vor den kühen im gras
• davor ein abgemähtes maisfeld
• ein misthaufen auf der koppel
• am fenster rosenknospen, auch noch blätter

Januar 2014
• kahle birken und eichen
• matsch und modder, durchnäßte wiese
• große pfützen auf der koppel ohne pferde
• wind in den zweigen
• grau und trüb
• autos, die mit licht vorbeifahren
• ein schwarm krähen von rechts nach links, kreisend
• rote beeren am ilex
• eine schwarze katze, die durch das stoppelfeld des mais läuft

Jagdsaison

Ohne Vorwarnung fordert mein Frauchen mich auf die gute Stube mit ihr zu verlassen, zieht mir mein Geschirr an, befestigt meine Leine. Dass ich heute noch raus komme, hätte ich nicht gedacht. Noch größer aber ist meine Überraschung, dass wir zwei scheinbar alleine losziehen wollen, also ohne Marie. Oder soll ich zum Tierarzt? Aber es geht zur Haustüre hinaus und nicht ins Auto, wir gehen Gassi und Sammy der alte Fuchs ist auch draußen und schaut uns nach.
Wir haben herrliches Novemberwetter, schön frisch, kein Sonnenschein, ein wenig Wind – so könnte ich stundenlang laufen, doch meine Leinenführer halten da meist nicht mit.
Plötzlich fällt ein Schuss, der mir direkt in die Glieder schießt. Und noch einer! Oh weh! Immer dieser furchterregende Krach, bei dem einen fast die Trommelfelle platzen. Wie ein Häufchen Elend ducke ich mich zusammen und bringe keine Pfote mehr vor der anderen.
„Klecks mein Spatzelmann, das war doch nur eine Türe, die ins Schloss gefallen ist.“
Süß mein Frauchen! Will mich beruhigen, möchte mir meine Angst nehmen und betuppt mich ein wenig, schummelt … und dabei hält sie meinen Schwanz hoch in die Luft und klopft meinen ganzen Körper.
„Komm mein Spatzelmann, lassen wir uns nicht diesen Spaziergang vermiesen.“
Klopft und stupst mich, macht einen Freudensprung und wirklich meine Muskeln lösen sich, mein Körper gehorcht mir wieder und ich laufe. Wir gehen eine sehr große Runde wie schon lange nicht mehr.

Dezember 2013 Klecks

Meinereiner …

Derzeit versuche ich meine Talente irgendwie zu bündeln. Versuche meine Schreibwerkstatt mit Zeichnungen zu füllen, skizziere meinen Zettelkasten, neue Gedanken in anderer Form aus mir heraus zu pressen und festzuhalten, was ich bisher vergaß. Ah meine Handarbeiten auch in dieses Werk einzubinden, und zu leben wie ich bin … mit Hund, Katz und Haus, meinen Lieben und mit der Natur im Einklang zu sein. Mittig angekommen …

Lawrence – Liebende Frauen

Und ein Ermordeter ist ein Mensch, der ermordet werden kann. Und ein Mensch, der ermordet werden kann, ist ein Mensch, den es tief in seinem Inneren, wenn auch insgeheim, danach verlangt ermordet zu werden.

Beide Zitate ergeben sich im Buch aus Gesprächen.

– Nicht weil sie zu viel denken, sondern zu wenig …
– Mir scheint es eher umgekehrt. Sie sind über-bewußt, ihr Bewußtsein belastet sie tödlich.
– Nein, sie sind nur gefangen in lauter beschränkten, falschen Vorstellungen …
– Wenn wir dann das Wissen besitzen, verlieren wir nicht alles – außer das Wissen? Tauschen wir nicht sie Substanz gegen den Schatten ein … ?