Kracauers „Ginster“


Erster Satz: Als der Krieg ausbrach, befand sich Ginster, ein fünfundzwanzigjähriger junger Mann, in der Landeshauptstadt M.

Ein Buch kann sich über drei Wege in mein Herz schleichen. Der erste Pfad ist die Handlung, „Ginster“ verführt ohne Handlung, der dritte Pfad führt über die „Aussage“ direkt in mein Herz, mein Lieblingsweg, aber auch der zweite Pfad, der der Sprache, kommt an. Kracauers Sprache ist auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig, sprunghaft, manchmal etwas wirr – lässt man sich drauf ein, entwickelt die Sprache ihre eigene Dynamik und lässt einem die Szenerie vor dem inneren Augen erscheinen. Visuelle Betrachtungsweise, gut beobachtet, wenn Locken fliegen, Frauenkörper aus drei Kugeln bestehen, sich Tanzende auflösen in Arme oder Augen ohne Gesichter

Eine etwas stubenhafte Erscheinung hinter Brillengläsern, die Behauptungen aufstellte und sie mit heiserer Stimme begründete.

Übrigens Bücher die über alle drei Pfade in meinem Herz wohnen, sind der „Zauberberg“ von Thomas Mann, „Der Nachsommer“ von Stifter und „Das Glasperlenspiel“ von Hesse.

In diesem Sinne Frohe Weihnacht!

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